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Merkwürdig, wie die Zeit vergeht, wenn man nicht auf sie, sondern auf die ungeheuer vielen Dinge achtet, die derweil passieren. Dann mag einem scheinen, es sei Jahre her, was erst vor Wochen passiert ist, während andererseits neulich erst gewesen zu sein scheint, was schon wieder bald ein Jahr her ist. Und so weiter oder so ähnlich. Stehengeblieben waren
wir im Mai 2008 mit der Reise der "Schwabinger Bürgerversammlung"
ins Trainingslager der deutschen Fußballnationalmannschaft nach
Mallorca, Unmittelbar danach ging das Leben weiter, wie es (anscheinend,
s. o.) schon immer ging: mit den regelmäßigen Lese- und Lachabenden
der Schwabinger Schaumschläger und den nicht minder wunderbaren Folgen
der Reihe "Blickpunkt Spot", die dann allerdings aufgrund der
erwähnten Europameisterschaft zwei- bis dreimal ausfallen mußten.
Oder notfalls in die Fraunhofer Schoppenstube und das Stragula (zum "Clash
of the Lesebühnen") auswichen, so geschehen am 7. bzw. 27. Juni: Dafür kam es vor dem Eröffnungsspiel derselben zur Uraufführung des EM-Films der "Bürgerversammlung" (mit weiteren Darstellern, u. a. Ottfried Fischer, Willy Astor, Michael Mittermeier, Konstantin Wecker, Andreas Giebel und dem Vatikan-Reporter des Bayerischen Rundfunks), der selbst Eingeweihteste einigermaßen ratlos zurückließ, dem aber immerhin die Süddeutsche Zeitung einen Artikel widmete. (Der noch vor Mallorca gedrehte "Trailer" ist hier auf Youtube zu sehen.) Danach war die Schaumschläger-Zwangspause
vorbei und wurde in den folgenden Wochen und Monaten famos überwunden,
mit Bühnengästen wie Volker Keidel, Bumillo, Fabian Siegismund,
Katja Röder, Sarah Hakenberg, Felix Bonke, Helmut Ruge, Ricky Freund,
Heiner Lange, Michael Schwarzmaier, Michi Granthammer, Katinka Buddenkotte,
Mathias Matuschik, Ahne, Verena Richter, Grög, Maria Peschek, Marc
Uwe Kling, Ralf Sotscheck, Nils Heinrich, Volker Strübing, Nico Semsrott,
Jan Koch, Klotz & Dabeler, Sven Kemmler und vielen anderen. Ich selber
durfte zudem mit Jaromir Konecny im Gasteig zugunsten von Attac auftreten,
aber an den Sonntagen nur ein einziges Mal pausieren, um auf Einladung
von Jess Jochimsen und dem WDR auf Schloß Kapfenburg zu gastieren
(mit Jess, Sascha Bendiks, Johann König, Michel Birbaek), lesend und musizierend
sowie den Blick in die Landschaft genießend: Bereits ein paar Wochen
zuvor, kurz nach dem sehr zufriedenstellenden Abschluß einer akademischen
Problemlösungsaufgabe und zufällig an meinem tags zuvor im Vereinsheim
eingehend gefeierten Geburtstag, gastierte eine Abordnung von "Vereinsheim"-Künstlern
zu guten Zwecken auf dem Passauer Zeltfest und ließ sich dafür,
während draußen der Sommer enorm früh endete, mit stählernen
Rosen beschenken (meine fährt seitdem in Luise Kinsehers Kofferraum
durch die Welt): Zwischendurch gab's mal wieder Musik, weniger mit Rivolta und V2-Schneider als mit einem zum 40. Geburtstag eines guten Freundes für einen Tag ins Leben gerufenen Bandprojekt namens The Gang. Das Video zum Song und den Song zum Video gibt es hier auf Youtube (leider in nicht sehr berauschender Bildqualität). Derweil tobte der
Sommer mit Straßenfesten, Fußballturnieren, Besuchen aus fremden
Städten, Wohnungseinweihungen, Grillparties, Gartenveranstaltungen,
Hochzeiten, Geburtstagen, einer "Urschrei"-Performance auf der
Occamstraße (produziert - na klar - von der "Schwabinger Bürgerversammlung")
und anderen wilden Ausschweifungen vor sich hin, was hier in einer ebenso
wilden Ansammlung von Bildern nur ungenau zu repräsentieren ist: Nach einem "Auswärtsauftritt"
auf dem "Streetlife"-Festival fuhren wir drei Schaumschläger
dann am 26. September nach Hannover zum Deutschen Lesebühnenfestival,
von wo aus ich anderntags nach einem kurzen Stadtrundgang gleich weiterreiste
ins tiefe Österreich, um mit Hannes Ringlstetter und Marco Tschirpke
die Einwohner von Weißenbach (das heißt: die Besucher des
dortigen Kulturforums) zu erfreuen. Nach der Schaumschläger-Show
am Sonntag und dem "Blickpunkt Spot" am Montag bestiegen wir
gleich wieder das Ringlstettersche Gefährt und eilten nach Augsburg,
um auch in der Kreßlesmühle Bühnen-Teamgeist zu beweisen. Dann kam die Wiesn
und ein etwas unerfreuliches End-Erlebnis samt Begegnung mit einem Maßkrug
und der Lehrerkenntnis, daß man besser nicht zurückschubst,
wenn man geschubst wird. Daß ich am nächsten Tag den "Blickpunkt
Spot" moderieren mußte bzw. durfte und dies (mit Sonnenbrille)
auch konnte, verdanken ich und das höchst belustigte Publikum dem
von der sorgenden Johanna bereitgestellten Eisbeutel. Einigermaßen
wiederhergestellt reiste ich Mitte Oktober nach Kassel, wo mit einer gewaltigen
Lesung im (Gott sei Dank ehemaligen) Schlachthof zum Gedenken an Michael
Rudolf zugleich das von Jürgen Roth herausgegebene Buch "Der
Mann mit den neunhundertneunundneunzig Gesichtern" vorgestellt wurde.
Mit dabei waren (der Reihe nach): Gerhard Henschel, Michael Ringel, der als Vertreter des erkrankten Eugen Egner angereiste taz-Zeichner Tom, Thomas Gsella, F. W. Bernstein, Ralf Sotscheck, Kay Sokolowsky, Jürgen Roth, Horst Tomayer und ich. Und es war ausverkauft, bis zum (späten) Ende. Nachdem ich zwischenzeitlich von einer milden Richterin vom irrtümlichen Versuch einer Familiengründung befreit worden war, drohte im Herbst juristisches Ungemach, weil ich drei Tage vor meinem Geburtstag mein Rad neben einem Polizeiauto hergeschoben hatte und mich in nicht mehr fahrtüchtigem Zustand befand. Das wurde teuer, aber immerhin wurde es als Fortsetzungsgeschichte auf der Vereinsheim-Bühne ein großer Erfolg. Und selbstverständlich gibt es davon und von den folgenden Vorgängen kein Bild. Nach allen möglichen Premieren (u. a. das erste Soloprogramm von Grög und die wunderbaren Scheinfinnen Nordkvark) schaute ich mir pflichtbewußt auch mal wieder Deep Purple an, trat mit Michi Dietmayr in Raabes Wirtshaus in Steinebach auf und tat selbiges auch am 1. Dezember mit den Sportfreunden Stiller, Willy Astor, Fertig Los!, Erwin Pelzig und einigen anderen schönen Menschen bei einer denkwürdigen Veranstaltung namens "Blickpunkt Spot geht zum Lachen in den Keller" - der Titel täuscht, denn das anlaßgebende Kreisverwaltungsreferat verbot auch das Auftreten im Keller unter dem Vereinsheim (mangels zweier Fluchtwege), weshalb der arme Sven Kemmler auf einer Kloschüssel im Kammerl sitzend moderieren mußte und das Publikum die Künstler nur per Leinwand (und für einen kurzen stummen Dank) zu sehen bekam. Der Bayerische Rundfunk berichtete ausführlich, die DVD der ganzen Veranstaltung gibt's im Vereinsheim. Sodann trug ich auch
mal wieder im GAP und im Giesinger Bahnhof sowie bei einem herzigen Nikolausabend
mit Moses Wolff, Stefan Zinner, Sven Kemmler und Gastgeber Hannes Ringlstetter
Geschichten vor und war zu Silvester an der "Inszenierung" des
wahrhaft sensationellen Machwerks "Bürgerversammlung Schwabing
- das Musical" beteiligt. Was das war? Das kann nur ahnen, wer dabei
war. Man tanzte, sang, zerschlug viele Musikinstrumente, grillte Würstchen
auf der Bühne und spielte eine wüste Geschichte, in abenteuerlicher
Verkleidung und unter Mitwirkung von Grög (als Staatsanwalt) und
einem echten Choreographen. Immerhin: Geschossen wurde dann doch nicht
.... Nach dem Fasching,
zu dem ich als geringfügig furchterregender Vampir auftrat Die Proben sind jedenfalls
eine zeitaufwendige Sache, da bleibt nicht viel Raum für andere Verlustierungen.
Immerhin konnte ich noch eine sehr erfreuliche Lesung beim Auszugsfest
einer Freundin in einem ansonsten leerstehenden Haus dazwischenschieben.
Und den taz-Kongreß in Berlin samt Lesung der "Wahrheit"-Autoren
(siehe Gruppenphoto ganz unten) und Treffen mit einigen sehr lieben Freunden. Wie und was weitergeht indes, das werden wir sehen und lesen, dann hier. © alle irgendwelchen Rechte: Michael Sailer |
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