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Was ist zwischen Mitte September und Ende Dezember 2006 passiert? Das (im "O-Ton"): Ein "Blog", soviel ist sicher, wird aus dieser irgendwie dennoch verwandten Seite nicht mehr, solange ich mich nicht aufraffe, die Geschehnisse zu bündeln, ehe sie zu Erinnerungen werden, was jedoch in wilden, schnellen Zeiten so rasch geschieht, daß sich die Erinnerungen dann erst wieder sammeln müssen, damit ... usw. Weiter ging das Leben,
weil es das tut, schon vor dem zuletzt erwähnten Auftritt in Bonn
mit einem höchst amüsanten Oktoberfestauftakt im oder besser
vor dem Münchner Literaturhaus,
der aber zum Freizeitvergnügen gezählt werden muß. Trotzdem
ein (Telephon-)bild: Es wurde sodann das Gesicht, zu dem das Gezähn nun einmal gehört, in langwieriger Arbeit endlich wieder- und inzwischen komplett (soweit das geht) hergestellt, derweil ich an Texten arbeitete, von denen einige, wenn sie denn je fertig und öffentlich werden, manchen vielleicht überraschen könnten. Wer weiß. Es war dies noch die Zeit der Biergartenbesuche, die sich in heutigen Zeiten dank nach wie vor florierendem Autowahn der Weltbemenschung bekanntermaßen bis in den Frühwinter hineinziehen. So fanden auch die diversen Geburtstagsfeiern, wenn es die örtlichen Lärmschutzbrigaden erlaubten, mehr auf Balkonen als in anderen Räumen statt. Auch das ist privat und gehört nicht hier hin, aber es ist nun einmal da. Für den 6. Oktober
war ich zum Poetry Slam nach Fürstenfeldbruck geladen, der trotz
enormem Engagement der Veranstalter
(vor allem der höchstschwangeren Tanja) nicht so recht slammen wollte.
Immerhin lohnte sich die Anreise für einen hinterher gezeigten und
sehr lustigen Film, von dem ich aber auch nur noch weiß, daß
es um einen Karton ging und Mira Mann von der sehens- bzw. hörenswerten
Band Candelilla
mitspielte. Volker
Keidel nutzte die Gelegenheit unserer beider Anwesenheit, mich als
Verzweiflungs-Einspringer für den anderntags anstehenden "Westend
ist Kiez"-Leseabend einzuspannen, weil so ziemlich alle anderen
Leser abgesprungen, das heißt aus wichtigsten Gründen verhindert
waren: Friederike Trudzinski sollte leider einen ihrer vielen Flüge
aus Hamburg verpassen, und Sacha
Storz am selben Tag ein Ehemann werden. Dann war auch noch Moderator
Ko Bylanzki verhindert, weil er anderweitig moderieren mußte; seinen
Posten übernahm die zur Storzschen Hochzeitsfeier aus Augsburg oder
dem Rest der Welt angereiste und zufällig anwesende Lydia
Daher, und das tat sie höchst lobenswert, auch wenn manchem vielleicht
einer ihrer eigenen Texte lieber gewesen wäre als in höchster
Not hektisch gespickzettelte Kurzbiographien. Hinterher wurde Hochzeit
gefeiert, mit gotischen Wikingern, Neo-Rave-Leuchtstäbchen (ohne
die dazugehörige Musik), viel Tabak und exaltant hohem Getränkeverbrauch.
Selbst der beliebteste deutsche wedding-related Wortwitz kam mal wieder
zum Einsatz (Person 1: "Wie lange seid ihr eigentlich verheiratet?"
Person 2: "Nicht mehr lange"). Der Nachhauseweg war lang und
gebar überraschende Windungen. Daß nur eine knappe Woche später ein Jugendtraum in Erfüllung ging, als die New York Dolls nach München kamen und ein grandioses Konzert spielten, sei nur am Rande erwähnt, um mal zu erwähnen, daß es ein Skandal ist, wenn bei einem solchen Ereignis zu Beginn des Vorgruppensets gerade mal sechsundzwanzig Menschen eine halbe Halle bevölkern. Na gut, am Ende waren's mehr. Wesentlich größer war der Andrang bei Christian Seidels Lesung aus Tony Parsons' Buch "Als wir unsterblich waren", was auch nur deshalb hier steht, weil ich mich dabei für einen von mir verfaßten und möglicherweise ein bißchen despektierlichen SZ-Artikel rechtfertigen mußte (was hoffentlich gelang). In der ganzen Vor-, Nach- und Zwischenzeit entstanden wiederum geschriebene und gedruckte Dinge, aber erstere waren zur Kiezmeisterschaft am 21. Oktober leider noch nicht lesereif, da half nichts (beim nächsten Termin waren sie's dann vielleicht, aber da war ich nicht einsatzfähig, was aus anderen Gründen auch für den Dezembertermin gilt/galt). Wiederum etwas weniger Interesse fand die gemeinsame Wechsellesung von "Kneipenphilosophien" und "Schwabinger Krawall" mit Thomas Glatz und mir am 26. Oktober im Milbertshofener Kulturzentrum, dessen architektonische Botschaft "Bleib mir fern!" für derartige Veranstaltungen vielleicht doch ein bißchen zu deutlich in die vorstädtische Nacht strahlt. Nichtsdestoweniger war es ein sehr erfreulicher und schöner Abend, für den den Vorbereiterinnen und Veranstalterinnen Marta und Tatjana großes Lob gebührt. Allerdings scheiterte am selben Abend meine Flucht vor den Influenzaviren, die ihren Sieg triumphal bis in den November hinein feierten. Der fing dann nach dem Wiedererwachen der Lebensgeister am 4. schon wieder im Stragula bei "Westend ist Kiez" an. Auch diesmal fehlten ein Gast (Jaromir Konecny, der seinen Terminkalender verkehrt herum gelesen hatte) und eine Gastgeberin (Friederike), was Zeit für mehr Texte der anwesenden Autoren (und sogar ein richtiges Gitarrenlied von Sacha, das ich aus der Erinnerung mal "Kiez-Blues" nenne) gab. Sodann feierte der
Musikexpress
seinen Umzug
Es gab und gibt zwei weitere derartige Termine: Am 12. Dezember durfte ich mit Volker Weidermann von der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung über seine sehr eigene und bestgesellte Literaturgeschichte "Lichtjahre" diskutieren: Am 31. Januar 2007 wird dann Andreas Neumeister zu Gast sein, der auch beim letzten Termin schon mal als reiner Gast gastierte. Immer und stets und
an anderen Tagen: Feste, Konzerte, Fußballspiele, dies und das,
Garten"arbeit": und am 5. Dezember ertönte unter dem Motto "Ubermorgenmusic" mal wieder ein Berg von meinen Lieblingsplatten aus den Jennerwein-Lautsprechern. Eine baldige Wiederholung wurde hinterher einstimmig (!) gefordert und wird sich sicherlich ergeben (hat sich inzwischen ergeben: am 8. Januar wird David Bowie sechzig (60!) Jahre alt, das ist Grund genug). Feste © alle irgendwelchen Rechte: Michael Sailer |
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