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Juni bis September 2006: Wenn man sich kaum erinnert, möchte man meinen, es sei nichts passiert, was ja im Rückblick manchmal auch was Schönes hat, wenn zum Beispiel zu viel auf einmal passiert und man an Zeiten zurückdenkt, wo nichts passiert ist, weil scheinbar nichts passiert ist ... und damit ist der Schnörkel zu Ende. Passiert ist aber
schon was. Zum Beispiel am 3. Juni mal wieder eine Lesung im Stragula
bei "Westend ist Kiez" mit Jaromir Konecny und anderen, von
der lediglich dieses Dokument erhalten ist: Abgesagt wurde wegen schon vorneweg enormem Fußbaltweltmeisterschaftsüberdruß die diesbezügliche Lesung im Milbertshofener Kulturzentrum, und dann brach das Patriotenballturnier mit voller Wucht über die Welt herein und machte ein WM-Tagebuch nötig (das, ich weiß, längst auch hier zu lesen sein sollte, aber das wird schon noch, wenn der Kopf gesammelt und Zeit ist). Der Spaß ging an meinem Geburtstag im Münchner Literaturhaus mit einer annähernd historischen Kollektivlesung noch nicht zu Ende, fand aber einen großen Höhepunkt. Und weil der Sommer
(der so lange auf sich warten hatte lassen, daß erstmals im späten
Mai der Ofen noch Holz zu essen bekam) dann schon mal da war, folgte schon
vor dem Termin (an dem sich die Herren Politycki und Ostermaier zu einem
Stadionbesuch selbdritt verpflichteten, an den noch zu erinnern sein wird)
eine Reise, über die wir an dieser Stelle schweigen wollen. Es könnte
so gewesen sein: Und ein paar Tage
mit dieser Perspektive: Weil der Mensch ein
Kurzentschlossener mit langgehegten Wünschen und Träumen ist,
wurde sodann sehr eilig und sehr erfolgreich der Erwerb eines Gartens
angegangen, was der Sache diese Perspektive hinzufügt: Und damit war der Spaß vorbei, auch was den Sommer anging, der im weiteren Verlauf höchstens noch den Schnecken gefiel. Und dem Ofen, der Ende August schon wieder Hunger hatte Vermerkt seien im
übrigen und wesentlichen (neben gezogenen und ersetzten Zähnen,
nicht zu ersetzenden Abschieden und diesem und jenem) eine sehr schöne
Zündfunk-Sendung mit einem vollständig vorgetragenen "Schwabinger
Krawall", eine fast noch schönere Lesung bei "Geschichten
aus der großen Stadt" im Kilombo tags darauf (am 9. September),
bei der sich erstaunlicherweise zeigte, daß ernste Texte lustig
sein und Ohren finden können, daß Texte manchmal metaprophetisch
ausgewählt werden und daß man von Weinschorle auch in großen
Mengen keinen Kater kriegt (der kommt höchstens von den Zigaretten).
Und eine mindestens ebenso wunderschöne Lesung am 18. September im
Bonner Pantheon-Theater, bei der wiederum lustige Texte lustig waren
nachzuhören am 1. Oktober im Radio bei den "WDR-Vorlesern"!
Dank der verläßlichen Mitarbeit von Benjamin Weber gibt es
hiervon sogar ausnahmsweise Dokumente: Allen Beteiligten an allem, voran sich zu beteiligen war, sei gedankt, und wie es weitergeht, wird sich zeigen. © alle irgendwelchen Rechte: Michael Sailer |
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