Am unteren Balken vieler "Krawall"-Folgen findet man einen kleinen Link mit der Bezeichnung PDF. Da kann man sich die jeweilige Geschichte als PDF-Datei anschauen, herunterladen und, wenn man mag, auch ausdrucken.

Als Buch gibt es die Serie auch, in zwei Bänden:

 
  hier & jetzt | was passiert? | leben und lügen | gedruckt | lesen! | alles mögliche | dann mal schauen | andere sprechen | brief
 
Inhalt

Warm, irgendwie

Nachbarn und Bastarde

Der Fluch des Rückstrahlers

Eisern am Bach

Mord im Regal

Lieber lesen

Der Sonne entgegen

Unter Freunden

Dreißig tote Fernseher

Ladenschluß

Vergleichsweise

Ausklang

Jäger und Sammler

In Kreisen

Ausgeschmiert

Kehraus

Maskerade

Verwehungen

Bio-Gift-Alarm

Entbehrungen

Umstellung

Gesundheit!

Verkehrs-beunruhigung

Generalprobe

Schwierige Entsorgung

Not-Lösungen

Friede!

Nächste Runde

Kernkompetent

Wildmoser raus!

Fisch, Ei und Bier

Leberkäs und Kirschen

Ehrensache

Auf dem Stimmviehmarkt

Folgenreiche Vorsicht

Rätselhaftes Brummen

Nicht strafwürdig

Erinnerungsstücke

Verheizt

Verdrahtet

Wohnen und Arbeiten

Goldene Worte

Beförderungs-erschleichung

Ein Sprachwächter

Ausblicke

Fliegende Marmeladengläser

Eisiges Risiko

Babylon

Nächtliche Glocken

Bioweißbierpraktikanten

Grün gerettet

WAS? WARUM? UND WIESO ÜBERHAUPT?

Den "Schwabinger Krawall" verdanke ich im Grunde Michael Grill und der ehemaligen Redaktion der legendären Münchner Seiten der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Das war so:

Eines Tages rief mich Michael Grill an und fragte, ob ich nicht mal was für die FAS, die gerade aus der Taufe gehoben worden war, schreiben wolle. Das wollte ich, wie es meine Natur ist, freilich, und damit man mich nicht so schnell wieder loswürde, habe ich gleich eine Kolumne vorgeschlagen. Weil es mir sonst, im Falle einzelner Geschichten,auch so schwerfällt, immer wieder eine Idee zu haben und diese dann auch zu "vertreten".

Der Titel für die Kolumne fiel mir nach dem insgesamt (MG und ich) ungefähr zehnten Bier im Heppel & Ettlich ein; er ist ja auch recht naheliegend. Die ersten Folgen der Kolumne waren dann so etwas wie eine erwachsenere, auf ein (jahreszeitlich, welt- oder zeitgeschichtlich bedingtes) Thema konzentrierte, auch kürzere und insgesamt weniger exaltierte Version der "Belästigungen".

Das fanden die Redakteure - außer Michael Grill nenne ich Frank Müller, Michael Knopf, Dominik von Glass, Julia Blum, Roswin Finkenzeller (es gab noch mehr, die insgesamt die wunderbarste Redaktion bildeten, die ich je erlebt habe - was keine Schmähung gegen irgend eine andere Redaktion bedeutet -; doch hatten die anderen weniger mit der Kolumne zu tun) - nicht gänzlich überzeugend. Sie baten mich, mir da doch noch mal etwas zu überlegen.

Aus Not und Bedrängnis entstehen Ideen, und so entstand die spätere Belegschaft des "Schwabinger Krawalls", die Herren und Damen Hammler, Reithofer, Hartnagel, Reibeis, Kellermann, Nelkenthal, Hohlmoos, Spreitzenstein, die Mama, Onkel Rainer und der Fritzi, der Jackie und einige mehr sowie auch ein paar Namenlose, die sich in allen möglichen Geschichten herumtummelten. Aus einer Riesenpfütze Schweiß schwammen sie irgendwie an einem Nachmittag heraus ans Ufer zu mir, weil ich mich als Schwarz-Mitfahrer in der erwähnten Redaktion so wohl fühlte, daß ich auf keinen Fall wieder hinauswollte.

Am Abend (diesmal im Ysenegger) wollte mir Michael Grill die Bedenken der Redaktion, die er am Telephon nur ganz vorsichtig angedeutet hatte, genau erläutern, und da purzelten wie eine Tollhaus-Lawine die Krawall-Menschen aus mir heraus und nahmen ihm den Wind aus den Segeln.

In den folgenden Monaten durfte ich also dabeibleiben; ich wurde dann sogar noch als richtiger Schiffsjunge in den Münchner-Seiten-Kreuzer aufgenommen (und schrieb auch ein paar andere, manchmal sogar andeutungsweise ernsthafte Geschichten), aber da schritt die Frankfurter Zentralredaktion ein und glaubte, ihr Geld für was anderes brauchen zu können als für eine der schönsten Lokalbeilagen, die es je gab. Man nannte den Namen "Roland Berger". Die Münchner Seiten wurden eingestellt; ich nehme an, "Roland Berger" empfahl dem Verlag, auf den Druck von Geldscheinen (mit Werbefläche) umzusteigen, aber genau weiß ich das nicht, und es ist mir auch egal. (Heute hat sich die Trauer über das Ende des schönen Versuchs bis nach Frankfurt hinauf ausgebreitet, hört man. Vielleicht hilft das eines Tages, wenn mal wieder jemand "Roland Berger" herbeiholen zu müssen glaubt.)

Inzwischen waren mir aber erstens die Redakteure (die sich aus verwandten Gründen nach wie vor unregelmäßig zu außerplanmäßigen und sehr gemütlichen Redaktionssitzungen versammeln) und zweitens der "Krawall" sehr ans Herz gewachsen. Da ich wußte, daß er ohne regelmäßige Drucklegung aufgrund meines Phlegmas eingehen würde, bot ich der TAZ an, die Serie fortzusetzen. Und obwohl Berlin von Schwabing sehr weit weg ist, fand ich in Michael Ringel von der "Wahrheit"-Seite einen auf Anhieb angetanen und auch weiterhin wohlwollenden, gelegentlich kritischen Redakteur.

Die Geschichten folgten ursprünglich einer ungefähren jahreszeitlichen Ordnung, das tun sie nun hier kaum noch. Vielleicht tun sie es irgendwann in einem Buch wieder, wo dann zusätzlich zu den permanenten kleinen Feilereien die Texte sowieso noch einmal überarbeitet und aneinander angepaßt werden müßten.

Irgendwann nämlich sollte der "Schwabinger Krawall" auch als Buch erscheinen, aber da gab es erst einmal Schwierigkeiten: Der Titel suggeriert einen lokalen Bezug, der heutzutage bei "großen" Verlagen nur noch erlaubt ist, wenn es um Berlin, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Köln, Düsseldorf, Leipzig, Wien, Dresden, Bremen, Prag, London, New York, Madrid, Paris, Stuttgart oder die Wirtschaft oder einen Krimi oder sonst was geht. Der Titel läßt sich aber schlecht ändern: "Allgemeinmenschliche Umtriebe" oder so was klingt doof und hat keinen doppelten Boden. Darum haben die meisten Verlage auf das Angebot nicht reagiert, und die, die reagiert haben, waren alle aus München, möchten aber mit Münchner "Themen" grundsätzlich lieber nichts zu tun haben.

Darum zog sich das mit dem Buch lange hin, aber das Hinziehen ist zu Ende: Der erste Band erschien am 16. Dezember 2007, der zweite am 21. September 2008, beide im Lagrev-Verlag, beide wurden bei den "Schwabinger Schaumschlägern" vorgestellt und intensiv gefeiert. Bestellen kann man sie in jeder Buchhandlung, im Internet und notfalls auch direkt bei mir (siehe ganz unten).

Derweil gibt es hier eine (möglicherweise Schritt für Schritt wachsende) Auswahl aus den vielen "Krawall"-Geschichten zu lesen. Neue Folgen gibt es immer mal wieder (etwa alle vierzehn Tage) in der TAZ (auch im Internet).

Die Münchner Seiten übrigens leben weiter: HIER


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Michael Sailer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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